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Offene Immobilienfonds – Liquiditätsquoten weiter gesunken

Die Ratingagentur Scope hat die Entwicklung der Liquiditätsquoten von 24 offenen Immobilienpublikumsfonds untersucht. Der Anteil liquider Mittel am Fondsvermögen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die gewichtete durchschnittliche Liquiditätsquote lag Ende 2021 bei 15,2 Prozent, zwölf Monate zuvor hatte sie noch 17,2 Prozent betragen. Das liquide Vermögen der untersuchten Produkte beläuft sich in Summe auf rund 17 Milliarden Euro, das Gesamtvermögen auf rund 113 Milliarden Euro.

Scope sieht zwei Gründe für den Rückgang. Zum einen sammelten die Fonds weniger frisches Kapital ein als im Jahr zuvor. Die Nettomittelzuflüsse lagen 2021 bei 5,7 Milliarden Euro, im Jahr 2020 waren es 7,0 Milliarden Euro. Für das gesunkene Interesse vonseiten der Anleger dürfte die anhaltende Covid-Krise verantwortlich gewesen sein. Zum anderen nutzten die Fondsgesellschaften Gelegenheiten, um neue Immobilien zu erwerben. Die Kombination beider Faktoren führte dazu, dass die durchschnittliche Liquiditätsquote im Jahresvergleich zurückging. Insgesamt verringerte sich der Anteil bei 14 der 24 untersuchten Fonds.

Die Bandbreite der Liquiditätsquoten ist hoch. Laut Scope reicht das Spektrum von 6,8 Prozent bis 32,9 Prozent. Die meisten Fonds bewegen sich in einer Spanne von rund zehn Prozent bis 20 Prozent. Bei den Schwergewichten mit einem verwalteten Vermögen von mehr als zehn Milliarden Euro liegt der Anteil flüssiger Mittel gerundet zwischen zwölf Prozent und 18 Prozent.

Aktuell reduziert liquides Vermögen in den meisten Fällen die Rendite: 16 Fonds wiesen 2021 eine negative Liquiditätsrendite auf. Im Durchschnitt lag sie bei diesen Fonds bei minus 0,34 Prozent. Die Gruppe der Fonds mit negativer Liquiditätsrendite steht damit besser da als 2020. Auch der durchschnittliche Ergebnisbeitrag der Liquidität bei allen untersuchten Fonds ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Mit 0,20 Prozent ist er wieder im positiven Bereich.

Scope erwartet für das Jahr 2022 vergleichsweise stabile Nettomittelzuflüsse gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 5,7 Milliarden Euro. Neben der Covid-Krise wird besonders die angespannte politische Situation in der Ukraine und die Inflations- und Konjunkturentwicklung eine bedeutende Rolle bei den Investitionsentscheidungen der Anleger in diesem Jahr spielen. Die Fondsmanager werden nach Einschätzung von Scope Investitionen in neue Objekte besonders selektiv vornehmen. Das Preisniveau ist hoch, die ESG-Anforderungen – ESG steht für die Nachhaltigkeitsaspekte Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) – steigen weiter und vor dem Hintergrund des unsichereren Marktumfeldes werden Mieterbranchen und Immobiliensektoren künftig noch stärker hinterfragt werden.

In Anbetracht der komfortablen Liquiditätsquoten der meisten Fonds seien Liquiditätsengpässe kurzfristig nicht zu erwarten, so Scope. (DFPA/JF1)

Die Scope Analysis GmbH ist Teil der Scope Group, mit Sitz in Berlin. Die Scope Analysis GmbH ist spezialisiert auf die Analyse und Bewertung von Asset-Management-Gesellschaften, Investmentzertifikaten sowie Mutual Funds und Alternativen Investmentfonds aus den Bereichen Immobilien, Schiff- und Luftfahrt, Erneuerbare Energien und Infrastruktur.

www.scopeanalysis.com

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